Unterricht als Kernaufgabe

Die Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in NRW nennen als eine der vier grundlegenden Aufgaben innerhalb der Ausbildungsordnung »die Lernfreude der Schülerinnen und Schüler zu erhalten und weiter zu fördern«. Sie gehen davon aus, dass Kinder lernen und leisten wollen.Für uns bedeutet das:
Unsere Schüler und Schülerinnen sollen erfahren, dass
  • sie in der Gemeinschaft anerkannt und persönlich gefördert werden,
  • sie durch Lernerfolge zu Leistungen ermutigt und angespornt werden,
  • sie selbstständig arbeiten, mitgestalten und mitverantworten dürfen.
  • Lernen mit dem zu tun hat, was sie kennen und kennen lernen möchten,
  • ihnen die nötige  Lernzeit eingeräumt und verschiedene Lernwege eröffnet werden,
  • die Schule ein Lebens- und Erfahrungsraum ist, in dem sie sich wohl fühlen können.

Dafür geeignete Unterrichtsformen sind:

Freie Arbeit
Die Kinder entscheiden sich frei für eine Arbeit. Dabei können sie aus dem Lernangebot auswählen oder auch für sie interessante Themen bearbeiten. Den Kindern steht ein bestimmter Zeitraum zur Verfügung. Sie entscheiden eigenverantwortlich, ob sie allein, mit einem Partner oder in der Gruppe arbeiten.

Tagesplan / Wochenplan
Die Kinder erhalten für klar definierte Zeiträume einen Plan mit Aufgaben aus dem aktuellen Lernstoff der verschiedenen Arbeitsbereiche. Dieser enthält Pflicht- und Wahlaufgaben bzw. ein Angebot an Aufgaben zur freien Wahl. Diese Übersicht hilft Schülern und Schülerinnen, ihre Arbeiten innerhalb des zur Verfügung stehenden Zeitraums einzuteilen und zu erledigen.

Lernen an Stationen
Zu einem Rahmenthema werden Arbeitsstationen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen bereitgestellt. Die Arbeitsaufträge können in Wahl- und Pflichtaufgaben unterteilt sein. Die Kinder wählen selbstständig die Lernaufgabe und bilden ihren Arbeitsschwerpunkt. Sie entscheiden über die Reihenfolge wie auch über die Sozialform und die Intensität der Beschäftigung an einer Station. Laufzettel oder  Übersichtsplan helfen ihnen bei der Orientierung.

Lernwerkstatt
Für einen bestimmten Zeitraum arbeiten die Schüler und Schülerinnen an einem mitbestimmten fächerübergreifenden Rahmenthema zu dem vielfältige Lernangebote (Lernen mit allen Sinnen) zur Verfügung stehen. Verantwortlichkeiten zu den einzelnen Lernangeboten wie Helfer- und Übersichtssysteme werden festgelegt. Die Kinder entscheiden über die Schwerpunkte ihrer Arbeit und ergänzen ggf. Materialien aus eigener Überlegung. Erarbeitete Themenmappen und Präsentationen schließen die Werkstatt ab.

Projektorientierter Unterricht
Die Themenauswahl von Projekten orientiert sich an der Lebenswirklichkeit von den Kindern. Sie sollen sich handelnd damit auseinandersetzen und ihr Ergebnis darstellen können. Dabei sind die Schüler in alle Planungs- und Entscheidungsprozesse mit eingebunden. Die Planungsschritte, Dokumentationen und Reflexionsphasen geben Struktur und »roten Faden« in den Projektablauf. Projekte werden durch geeignete Präsentationsformen abgeschlossen.

Differenzieren und Fördern
Die dazu festgelegten Grundsätze sind im standortbezogenen Konzept zur Schuleingangsphase ausführlich beschrieben. Anlagen in IV Qualitätsebenen Punkt 4.

Lerntechniken
Ergebnis der Schulforschung belegen, dass 30% bis 40% der Leistungsunterschiede nicht auf mangelnde Begabung der Schüler und Schülerinnen, sondern auf ihr Lern- und Arbeitsverhalten zurückzuführen sind. Somit ist das »Lernen lernen«, das Beherrschen effektiver eigenverantwortlicher Lerntechniken ein bedeutsamer unterrichtlicher und erzieherischer Arbeitsschwerpunkt.
Effektives Lernen wird unterstützt, indem wir:
  • mehrkanaliges Lernen fördern
  • Lernschritte durch Übung festigen und kontrollieren
  • Merkhilfen geben
  • Arbeitstechniken wie Lernkartei, Nachschlagen im Wörterbuch trainieren
  • Konzentrationsübungen durchführen
  • Informationen beschaffen und auswerten
  • Projekte planen und umsetzen
  • Arbeitsphasen rhythmisieren (Anspannung / Entspannung)
  • Arbeitsplatz übersichtlich gestalten
  • Arbeitsmaterialien effektiv organisieren

Weitere Ausführungen zum Thema Lerntechniken bitte der oben angeführten Anlage entnehmen.

Leistungsmessung und Leistungsbewertung
Wir stellen das Kind mit seinen Lernbedürfnissen und Lernmöglichkeiten in den Mittelpunkt und ordnen uns dem pädagogischen Leistungsbegriff zu.
  • Der pädagogische Leistungsbegriff orientiert sich
  • am individuellen Lern- und Entwicklungsprozess des Kindes
  • an der sozialen Dimension des Lernens
  • am Grundsatz der Ermutigung zum Lernen

»Entwicklungsleistung - gemessen an den individuellen Voraussetzungen ist ein Anspruch an die Bemühungen des einzelnen, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen. In der Schule ist dies die angemessene Norm für eine Grundbildung, die alle Bereiche der Persönlichkeit umfasst [...]
Grundschule ist für eine Alterstufe zuständig, in der Kinder ihr Selbstkonzept und ihr Selbstwertgefühl auf der Grundlage von Erfolgen aufbauen - Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zu gewinnen, ist ein Recht aller Kinder«. (Brügelmann)
Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung stützen sich bei dieser Auffassung insbesondere auf ein »Berichtswesen« wie:
  • Lernbegleitbögen
  • Rastereintragungen
  • Prozessdiagnostik
  • Klassen-Tagebücher
  • Beobachtungskalender
  • Karteikartensysteme
  • Berichtszeugnisse
  • Lern- und Förderempfehlungen
  • Gutachten
  • Lernfortschrittsberichte
  • Lernprozessbeschreibungen

»Zu diesem individuellen Maßstab tritt allmählich der anforderungsbezogene Maßstab hinzu. Mit der Erteilung von Zensuren ab der dritten Klasse wird diesem Maßstab entsprochen, denn Zensuren sollen ja Aufschluss darüber geben, in welchem Maße die Leistung eines Kindes den gesetzten Anforderungen entspricht.«

(Bartnitzky, Umgang mit Zensuren in allen Fächern, S.12)
Als ein Bewertungsmaßstab gilt dabei:
»Wer die grundlegenden Anforderungen bewältigt, der hat eine Leistung erbracht, die ›den Anforderungen im Allgemeinen entspricht‹. Dies ist die Definition für die Zensur ›befriedigend‹.
  • Zensuren geben Auskunft über Unterrichtserfolge. Damit geben sie auch Auskunft über die Qualität des Unterrichts.
  • Zensuren dürfen Kinder nie mutlos machen, weil Erziehung und Unterricht dann ihren Sinn verloren hätten«.
    (Bartnitzky,  a.a.O., S.12/13)

In den neuen Richtlinien und Lehrplänen zur Erprobung sind als weitere anforderungsbezogene Maßstäbe zur Orientierung festgelegt:
  • Mindeststandards Ende Klasse 2
  • Verbindliche Anforderungen am Ende der Klasse 4

Als regelmäßige Überprüfungen führen wir regelmäßig standardisierte Tests in den Fächern Deutsch und Mathematik an unserer Schule durch, um auch dem objektiven Vergleichsmaßstab gemessen an einer größeren Population gerecht zu werden und evaluieren und bewerten die Testergebnisse aus VERA in ihren Konsequenzen für unsere Unterrichtsarbeit.
Anlagen: Standortbezogenes Konzept für die Schuleingangsphase
Eine Hilfe für die Qualitätsentwicklung von Unterricht und der fachdidaktischen Standards stellen auch weiterhin die Handreichungen für Parallelarbeiten in den dritten Schuljahren dar in den Fächern Deutsch und Mathematik.
In der gemeinsamen Erarbeitung der schuleigenen Arbeitspläne und der kontinuierlichen Verständigung darüber, klären wir fortlaufend das didaktische und methodische Fundament unserer Unterrichtstätigkeit, die Grundlagen unserer Bewertung und unsere Ziele.
Die Regionalen Fachkonferenzen in den Fächern Deutsch und Katholische Religion leiteten als Moderatorinnen Frau Waberg und Frau Likar.
Die regionalen Fachkonferenzen oder Arbeitskreise für die Fächer Mathematik, Englisch, Ev. Religion, wurden von Frau Goß, Frau Marsch, Frau Hoffmann und Frau Hüser als Vertreterinnen unserer Schule besucht.
Die Ergebnisse der regionalen Erarbeitung flossen kontinuierlich in die Ausformung der Arbeitspläne unserer Schule ein. Ausarbeitungen und Festlegungen erfolgten in Rahmen der jour-fixe Sitzungen und der Lehrerkonferenzen.

Fach Deutsch
Lehrwerk Kunterbunt (neue Ausgabe)
Der vorliegende Arbeitsplan Deutsch liegt als elektronischer Datenträger vor und ist bewusst als Medium geplant, mit dem die Einzelschule flexibel arbeiten kann, je nach spezifischen Standortfaktoren, Schwerpunkten und Zielsetzungen.
Die vorliegende Papierform stellt immer nur eine Orientierung für den aktuellen Zeitpunkt dar, da die Erprobungsphase des Lehrplans noch nicht abgeschlossen ist.
Unserem Arbeitsplan Deutsch haben wir noch Rasterbögen zu den Mindeststandards beigefügt wie auch weitere Beobachtungsbögen, die als Grundlage zur Erarbeitung von Förderplänen oder der Lern- und Leistungsbeschreibung für Beratung und fundierte Zeugniserstellung dienen sollen.
Eine Fortbildung zum Thema LRS ist in Vorbereitung für das 1. Halbjahr 2006. s. auch Anlagen: standortbezogenes Konzept für die Schuleingangsphase und Sprachförderkonzept IV Qualitätsebenen Punkte 4. 5.

Fach Mathematik
Lehrwerk Zahlenbuch 2000 (Wittmann) (neue Ausgabe). Aus den Ergebnissen von VERA haben wir die Notwendigkeit abgeleitet, dem Sachrechnen und der Mathematisierung der Umwelt mehr Raum zu geben. Lit.: (Ch..Selter, H. Spiegel: Kinder und Mathematik)
Das Thema Dyskalkulie wollen wir im 1. Halbjahr 2006 systematisch erarbeiten und den Förderunterricht weiter optimieren bzw. Förderkurse bei Bedarf anbieten, die in ihrer Anlage auf dem aktuellen Stand der Fachwissenschaft fußen und das Potential der Kinder optimal fördern.
Ebenfalls liegen für den mathematischen Bereich Erhebungsmöglichkeiten zur Lernausgangslage, Prozessdiagnostik und Beobachtungsbögen sowie verabredete standardisierte Tests vor.
An Mathematik-Wettbewerben nehmen wir teil. (Mathe-Olympiade)
(s. Anlagen: Standortbezogenes Konzept zur Schuleingangsphase)

Fach Sachunterricht
Lehrwerk Kunterbunt (neue Ausgabe)
Zu den grundsätzlichen Planungsüberlegungen gehört die Einbeziehung von Experten und außerschulischen Lernorten in den Unterricht, dies gilt im Übrigen auch für die anderen Fächer.
Wesentlich sind uns auch die in der Anlage zum Arbeitsplan Sachunterricht aufgeführten Gedanken zum Gender Mainstreaming und der Reflexiven Koedukation. Handlungsfelder, die diese Thematik besonders ansprechen oder berücksichtigen, sind mit GM bezeichnet.
Agenda-Themen erhalten einen Globus als Markierung.
In Jahrgangsstufenteams 1 / 2  und 3 / 4 haben wir für unser Schulbiotop »Streuobstwiese« Arbeitspläne exemplarisch erarbeitet. Die Biotoparbeit wird kontinuierlich ausgebaut mit dem Wachstum der 120 Streuobstwiesenbäume (überwiegend Apfelbäume) und der zu erwartenden Ernte der Früchte.
Diese Pläne sind bewusst fächerübergreifend überlegt, da uns der Sachunterricht als hervorragende thematische Klammer für die Integration aller Fächer im Grundschulbereich gilt und zur Vernetzung von Denken und Wissen beiträgt.
Zu diesen exemplarischen Ausarbeitungen gehören umfassende Lernwerkstätten, die in der Lehrerbücherei als Handapparat, Ideen- und Materialsammlung für das Kollegium zur Verfügung stehen.
Alle anderen Handlungsfelder sind rein thematisch aufgelistet und werden fortlaufend zu Lernwerkstätten von Teams ausgearbeitet in der exemplarisch dargestellten Weise.
Das planerische Handwerkszeug zur Erstellung eines Arbeitsplans für den Sachunterricht ist als Anlage beigefügt.

Fach Englisch
Lehrwerke: Sally, Early Bird uvm.
Mit dem Schuljahr 05/06 haben wir Kontakt zu einer Partnerschule im County Durham/England aufgenommen, um unseren Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit zur Kommunikation mit »Native Speakers« zu geben. Grundlagen dafür: Der Informatikraum, Internetanschluss, E-Mail-Kontakte und Snail-Mails.
Ebenso ist der Kontakt mit einer niederländischen Partnerschule (Verkehrssprache Englisch neben Deutsch und Niederländisch) im Rahmen von Euregio in Vorbereitung.
Wir wollen Kinder mit europäischen Nachbarn in Verbindung bringen über das Medium der englischen Sprache und damit den »Blick über den Tellerrand« öffnen für die Kultur des anderen Landes, dabei Freude und Sicherheit im Umgang mit der Fremdsprache vermitteln und Einstellungen wie Toleranz und Weltoffenheit als gelebte Wirklichkeit mit europäischen Nachbarn unterstützen.
Wichtig ist uns das »kleine Format« und die Überschaubarkeit dieser Aktivitäten, damit »viel Begegnung« an die Kinder kommt und sie auch die »Hauptakteure« bleiben. Ein Arbeitsplan liegt detailliert für die dritten Klassen vor.
Ergänzungen für die vierten Klassen erfolgen noch im Arbeitskreis Englisch.

Fächer: Kunst und Musik
Vergl. dazu IV Qualitätsebenen Punkt 7.

Fach Religion
Im Rahmen der Werteerziehung des »Angenommenseins - so wie du bist«, des sozialen Lernens »Rücksicht aufeinander - Verantwortung füreinander«, »dem Leben vertrauen«, kommt dem Fach Religion an unserer Schule hohe Bedeutung zu.
Der intensive Kontakt zu den Leitungen der Gemeinden beider Konfessionen und ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,
  • die selbstverständliche ökumenische Begegnung in gemeinsam vorbereiteten Gottesdiensten zur Einschulung und zum Abschluss der Grundschulzeit.
  • Der konfessionelle Fachunterricht in den Klassen,
  • die wöchentlich stattfindenden evangelischen Kontaktstunden für interessierte Kinder der Klassen 3 und 4,
  • der regelmäßige Besuch konfessioneller Andachten (alle 4 Wochen),
  • die lebendige Gestaltung des Schullebens vor religiösen Festtagen wie St. Martin oder Weihnachten?
  • in einer Weise, die Andersgläubige nicht ausschließt und das Gemeinsame betont?

gehören als feste Größen zu unserem Schulprogramm.

Fach Sport
Volleyball und Fechten in AGs, Tennisschnuppertage, Teilnahme an Wettbewerben wie Schwimmfest, Fußballturnier und Eislaufpokal runden das Sportprogramm ab.
Die im Wesentlichen abgeschlossene Fertigstellung der Turnhalle in diesem Schuljahr eröffnete uns eine höhere Flexibilität innerhalb des Stundenplans für Bewegungszeiten und sportliche Aktivitäten.
Der große Schulhof mit integriertem Bolzplatz, der Basketball- und Sprunganlage, den Balancierbalken, sowie den Laufbahnen und dem Wiesengelände geben unseren Schülern und Schülerinnen viel Bewegungsfreiheit.
Es wurde ein Pausenspielzeughauses (Garage) aufgebaut, um das bereits vorhandene Bewegungsspielzeugangebot gut unterzubringen und für die Kinder noch zu erweitern. (Laufräder, Kik-Roller etc.)
Schulhofgestaltungen seitens der OGATA - Baumaßnahmen oder in der Verantwortung des Fördervereins sind für das 1. Halbjahr 2006 und fortlaufend geplant. (Klettergerüst, Spielflächenbemalung durch Eltern und Kinder).
Auch pädagogische Angebote im OGATA-Bereich beziehen diese sportlichen Formate in Bezug auf »naturnahe und kreative Bewegungsangebote« mit ein.
Ab April 2006 integrieren wir für jede Klasse das Programm »Rückenschule«, das von einer Expertin  gemeinsam mit der Klassenlehrerin während einer regulären Sportstunde in der Turnhalle durchgeführt wird (6 x 45 Minuten für jede Klasse Mo. und Mi.)
Anlagen: Schuleigene Arbeitspläne für die Fächer
  • Deutsch
  • Mathematik
  • Sachunterricht
  • Englisch
  • Musik
  • Kunst
  • Religion
  • Sport


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