Lesekompetenz

»Du öffnest die Bücher und die Bücher öffnen dich.« (Tschingis Aitmatov)

»Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.« (arabisches Sprichwort)
PISA und IGLU Ergebnisse zeigen: Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in NRW haben erhebliche Mängel in der Lesekompetenz.
Die Kulturtechnik des Lesens ist eine der wesentlichen Grundvoraussetzungen für den Bildungserfolg.
Kindern »Appetit« auf Bücher zu machen und eine lebenslange Freundschaft zwischen Kind und Buch zu stiften, ist eine unterrichtliche Kernaufgabe der Grundschule. Dieser Aufgabe widmen wir uns als lese- und  literaturbegeistertes Kollegium mit Freude.

Schritte auf dem Weg zur Lesefreude
a) In der Zusammenarbeit mit den benachbarten Tageseinrichtungen sowie bei     den Einschulungsgesprächen weisen wir bereits eindringlich auf den Stellenwert des Bilderbuchs und das Ritual des täglichen Vorlesens durch die Eltern hin und empfehlen regelmäßige Besuche der Kinderbuchabteilung in der Zentralbibliothek Moers.
Die Eltern erhalten ggf. aktuelle Zeitungsberichte aus Studien zum schädigenden Einfluss übermäßigen TV-Konsums auf die Sprachentwicklung des Kindes, um neu über eingefahrene Gewohnheiten nachzudenken und den Familienalltag im besten Fall zu renovieren.
b) Zu Anlässen wie Elternsprechtagen organisieren wir in Kooperation mit dem örtlichen Buchhandel regelmäßig Büchertische mit interessanten Titeln und Neuerscheinungen für Kinder aus den verschiedenen Genres.
c) Die Schulneulinge erfahren und erleben »Lesen und Schreiben von Anfang an«.
Mit der Anlauttabelle erschließen sie sich die ganze Welt der Schrift mit allen Sinnen, stellen früh Eigentexte her, produzieren Minibücher, lesen als Kinderautoren Selbstgeschriebenes vor bei Lesefesten, erfahren feedback, Respekt und Würdigung ihrer Anstrengungen bei ihren Präsentation vor Eltern oder zum Abschluss von Projekten.
d) Im zweiten Halbjahr beginnen jahrgangsübergreifende Tutorenprojekte der Klassen 1 und 2 mit der »Regenbogenlesekiste«. Ein älteres Kind begleitet einen Leseanfänger über mehrere Monate kontinuierlich.
e) Ab diesem Zeitraum erhalten die Erstklässler ihren Leseausweis für die schuleigene Bücherei, die seit 2003/04 systematisch in Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Moers und dem örtlichen Buchhandel aufgebaut wurde. Die Logistik haben wir selbst entwickelt nach dem Prinzip einfach und wirksam.
Mittlerweile verfügen wir über ca. 600 Titel aus der aktuellen Kinderliteratur, Klassiker wie Lindgren und Kästner inbegriffen, und dem Sachbuchbereich. Das Angebot wird dank der Unterstützung durch den Förderverein der Schule sukzessiv erweitert.
f) Um auch den Leseinteressen von Jungen zu entsprechen, bieten wir motivierende Sachbücher, Fußballgeschichten, Kinderkrimis, Comics und Abenteuerbücher an, die auch Mädchen gleichermaßen schätzen und ausleihen. Männliche und weibliche Protagonisten in den Büchern befinden sich in einem ausgewogenen Verhältnis. (Gender Mainstreaming)
g) Die Bücherei steht den Kindern täglich in den Pausen zur Ausleihe zur Verfügung und wird von einer pädagogischen Hilfskraft kontinuierlich betreut und verwaltet.
- Klassen 1 und 2 / große Pause
- Klassen 3 und 4/ kleine Pause
h) Anhand der Karteikarten können die Klassenlehrerinnen die Leseinteressen ihrer Schüler und Schülerinnen verfolgen, bei nachlassendem Leseinteresse steuernd eingreifen oder Rücksprache mit den Eltern halten, Beweggründe hören und beraten.
i) Bücher können auf vielfältige Weise Gegenstand zu gemeinsamem Gespräch in der Klasse sein: Persönliche Hitliste, Buchvorstellungen, Buchempfehlungen, Inhaltsangaben, Beschäftigung mit bestimmten Autoren und Autorinnen z.B. Astrid Lindgren oder Max von der Grün in Projekten, Lesetagebuch führen, Lesewettbewerbe, Kenntnisse um die Entstehung von Büchern, Fachbegriffe rund um das Buch, begründete Vorschläge für weitere Bestandsanschaffungen von Kindern für die Schulbücherei u.v.m.
j) Uns interessiert jedoch nicht nur, dass gelesen wird, sondern auch wie gelesen wird.
k) Unsere Schulbücherei enthält viele Titel, die im computergestützten Antolin-Programm enthalten sind. Der Förderverein ermöglicht uns die jährliche Erneuerung der Schullizenz mit dem Betrag von 150 Euro.
Die beiden medialen Bereiche Bücherei und Informatikraum sind so in sehr sinnvoller Weise aufeinander bezogen.
l) Lesen ist so ein öffentliches Ereignis, die Teilnahme am Antolin-Programm schafft zusätzlichen Anreiz, die Kinder nehmen sich gegenseitig mit und spornen sich an.
m) Das Antolin-Programm überprüft die Sinnerfassung des Gelesenen individuell und gibt der Lehrerin Feedback zum Leistungsstand des einzelnen Kindes (Punktekonto). Die Lehrerin kann steuernd und beratend eingreifen.

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